Die Utopie retten – Wie wir die Entwertung von Nachhaltigkeit verhindern

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Die Utopie retten – Wie wir die Entwertung von Nachhaltigkeit verhindern

Buchvorstellung mit Christian Berg

Vieles deutet darauf hin, dass wir den Glauben an eine nachhaltige Zukunft verlieren. Dennis Meadows, einer der Autoren des ersten Berichts an den Club of Rome (»Grenzen des Wachstums«, 1972) ist schon vor 20 Jahren zum Pessimisten geworden, als er verkündete, für eine nachhaltige Entwicklung des Planeten sei es zu spät und wir sollten uns lieber darauf vorbereiten, das Überleben der Menschheit zu sichern. 2014, als wir längst davon überzeugt waren, im Anthropozän zu leben, bekräftigten Melinda Benson und Robin Craig die Zweifel am Nachhaltigkeitsziel und gaben die Devise aus, unser Handeln solle sich auf Resilienz, also robuste Krisenfestigkeit, fokussieren statt auf die Utopie eines globalen Wohlstands im Einklang mit den natürlichen Voraussetzungen. Die Verbreitung zunehmender »Klimaskepsis« und populistischer Absagen an nachhaltige Menschheitsziele sind die Kehrseite dieser Erschöpfung des Nachhaltigkeitsideals.

Im neuesten Bericht an den Club of Rome stellt sich Christian Berg diesen Tendenzen entgegen und versucht, die Utopie zu retten, die mit Nachhaltigkeit und »Sustainable Development Goals« (SDGs) verbunden ist. Dem Autor ist klar, dass dies nicht mit Wiederholungen der bisherigen Nachhaltigkeitsformeln gelingt, sondern nur mit einem kritischen Blick auf die heute zutage tretenden Schwächen des Konzepts. Dazu zählt Berg u.a.:

  • Sowohl das Ziel als auch die konkreten Schritte und Wege dorthin werden mit dem gleichen Begriff „nachhaltig“ bezeichnen
  • Wir unterschätzen häufig die Komplexität, mit der wir es zu tun haben, und berücksichtigen zu wenige Parameter
  • Wir blenden Zielkonflikte aus
  • Wir ignorieren, dass die besten Absichten zu schlechten Neben- und Wechselwirkungen führen können
  • Wir unterstellen, dass die 17 Ziele und 169 Unterziele der Agenda 2030 (SDGs) in sich kohärent und widerspruchslos sind
  • Wir überfrachten die Utopie der Nachhaltigkeit mit religiösen Konnotationen
  • Wir überfordern die Einzelnen mit dem Anspruch eines 100%ig konsequenten Alltagshandelns
  • Wir fördern den unrealistischen Glauben an eine einheitliche globale Steuerbarkeit im Sinne von Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Am 14. Mai 2020 stellt Christian Berg mit »Ist Nachhaltig utopisch? Wie wir Barrieren überwinden und zukunftsfähig handeln« (oekom verlag, 2020) den neuen Bericht an den Club of Rome vor und erklärt, unter welchen Voraussetzungen die Utopie des Nachhaltigkeitskonzepts heute seine Gültigkeit behalten könnte.

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Danke @lukaswaldmann! Hab mich angemeldet.

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