"AG UPschooling (Digitale Bildung mittels FOSS): Upcycling, diskriminierungsfreie Partizipation und demokratiefördernde Wirkung"

In einem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Akteure arbeiten wir an der Entwicklung eines mehrstufigen modularen Projekts zum Thema „Digitale Bildung“ und dessen Umsetzung in 2021/2022.

Hier die Stufen des Projektes:

Es soll

  • In Kooperation mit einigen ausgewählten Schulen in einem iterativen Prozess das Upcycling von gebrauchter gespendeter Hardware und deren Einsatz unter Nutzung von Freier Open Source Software (FOSS, https://de.wikipedia.org/wiki/Free/Libre_Open_Source_Software) entwickelt und erprobt werden, bis ein Konzept samt Handlungsleitfaden entstanden ist, welches sich bundesweit skalieren lässt. Dass SchülerInnen und Lehrkräfte die Geräte in AGs mit UnterstützerInnen aus der regionalen Zivilgesellschaft gemeinsam selbst aufarbeiten, fördert u.a. Digitale Kompetenz, welche sich z.B. in Form eines Train-the-Trainer-Konzepts multiplizieren lässt.

  • Der Einsatz von FOSS für das Betreiben einer IT-Infrastruktur an Schulen, inkl. Kommunikationssystemen, Lernplattformen und Kursmanagementsystemen konzipiert und erprobt werden. Es soll darüber hinaus parallel die Übertragbarkeit auf andere Bildungseinrichtungen z.B. Jugendhilfe, Flüchtlingshilfe erörtert werden.

  • Die Frage nach der etwaigen demokratiefördernden Wirkung des Einsatzes von FOSS (Transparenz, Nachvollziehbarkeit, etc.) und des Lernens im Umgang mit dieser (Partizipation, Selbstermächtigung, persönliche Datensouveränität, nicht-exkludierende Gleichberechtigung) gestellt werden, sowie - bei positiven Ergebnissen - die politische Debatte um eine mögliche Bevorzugung von FOSS bei der Auswahl von Software-Systemen für den Einsatz an Schulen (zumindest in öffentlicher Trägerschaft) initiiert werden.

Nachfolgend einige Hintergrundinformationen zu 1.) dem „Hardware Upcycling Schulprojekt“:

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Hallo Zusammen, im Vernetzungstreffen https://discourse.bits-und-baeume.org/t/erstes-vernetzungstreffen/878 hat dieses Projekt weiteres Interesse gefunden.
Also auch nochmal der Aufruf an alle Interessent:innen sich hier dazu mit einer Antwort zu melden, die Lust haben sich zu beteiligen und Ideen dazu zu bringen.

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Vor kurzem bin ich auf folgenden Link gestoßen, der aus meiner Sicht ziemlich relevant aussieht:

https://unterrichten.zum.de/wiki/Hauptseite

Außerdem gibt es noch: https://wirlernenonline.de

Wir haben von der FSFW dort auch einen entsprechenden Blog-Beitrag veröffentlicht:
https://wirlernenonline.de/open-source-von-der-wichtigkeit-freier-software-im-bildungsbereich/

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Aus meiner Sicht ist die Initiative „#NetzwerkFreieSchulsoftware“ auch relevant, siehe https://digitalcourage.social/@digitalcourage/106539315854662519

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Hallo Carsten,

vielen Dank für Deine Empfehlungen! Gerne mehr davon :blush:

Nachfolgend einaktuelle Stand des Projektes, Hintergrundinformationen und Roadmap:

Grundsätze:

  • Das Projekt folgt einer agilen, d.h. iterativen und inkrementellen Vorgehensweise, bei der diskriminierungsfreie Gleichberechtigung oberstes Gebot ist.
  • Das Projekt ist modular und ohne Fristen aufgebaut, d.h. jede Bildungseinrichtung kann selbst entscheiden, welche Bestandteile des Projektes sie in welchem Zeitraum umsetzen möchte.
  • Das Projekt sieht eine Kooperation auf Augenhöhe vor, zwischen Schüler:innen, Bildungseinrichtungen und deren Mitarbeiter:innen sowie den Schulträgern.
  • Entscheidungen sollen weitestgehend nach dem Konsensprinzip getroffen werden.
  • Die beteiligten Schüler:innen werden zu Beginn und in Intervallen befragt, um die demokratiefördernde Wirkung der Verwendung von FOSS untersuchen zu können (anonymisiert).
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Im Gegensatz zu den vielen anderen Upcycling-Initiativen haben wir die Verfügbarkeit des technischen Supports für alle Schüler:innen als essenziell und erfolgskritisch identifiziert, um diese komplett mit eigenen Computern ausstatten zu können.

Wenn der Support nicht gewährleistet werden kann, ist eine erfolgreiche Digitalisierung der Bildungslandschaft kaum denkbar.

Es ist klar, dass es aufgrund von Fachkräftemangel und unzureichender staatlicher Finanzierung nicht kurzfristig möglich sein wird, an allen Schulen genügend IT-Adminstrator:innen einzustellen, um Support für jeweils hunderte Schüler:innen zu leisten.

Daraus haben wir abgeleitet, dass sich eine flächendeckende Digitalisierung in der Bildung nur unter Mitwirkung der Digitalen Zivilgesellschaft realisieren lässt, indem die vielen IT-Fachleute ehrenamtlich zusätzlich Support für Schüler:innen und auch Lehrkräfte erbringen.

Um dieses zu ermöglichen, haben wir in den letzten Monaten ein entsprechendes Kommunikations- und Ticket-System erdacht, in dessen Entwicklung wir uns gerade befinden.

Anfang Dezember werden wir voraussichtlich mit der Alpha-Version für die Schüler:innen eines Gymnasiums live gehen.

In Q1 2022 werden wir voraussichtlich mit einer Beta-Version an jenem Gymnasium und einigen weiteren Pilot-Schulen live gehen.

Wenn man sich mit den Ansichten und Vorstellungen der verschiedenen Stakeholder zur Digitalen Bildung befasst, fällt auf, dass jede Seite nur einen kleinen Ausschnitt dieser sehr komplexen Herausforderung betrachtet und die Lösungsvorschläge entsprechend unterkomplex sind.

Es ist offensichtlich, dass es keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage gibt, die ermöglichen würde zu entscheiden, welche Inhalte Schüler:innen für ein gutes Leben in einer zunehmend von Digitalisierung durchdrungenen Gesellschaft vermittelt werden müssen und wie dieses ggf. zu realsisieren sei.

Eine Konsequenz, die wir aus dieser Erkenntnis gezogen haben ist, dass die Inhalte selbst sowie die Art und Weise deren Vermittlung in einem gleichberechtigten diskrimierungsfreien Prozess kontinuierlich von allen Beteiligten ausgehandelt werden müssen.

Die Idee, dass es mittels der Digitalisierung bereits heute möglich ist, einen gesamtgesellschaftlichen interdisziplinären Wissensraum zu schaffen, der es ermöglicht, kollaborativ eine neue „Digitalisierungs-Didaktik“ und eine „Digitalisierungs-Pädagogik“ zu entwickeln, habe ich kürzlich im Rahmen der „Digital-Visionen“ der Digitalen Zivilgesellschaft skizziert.
https://digitalezivilgesellschaft.org/digitalvisionen/digitale-bildung/

Mit dem Wissensraum ist in unserem Fall keine technische Komponente gemeint, sondern eine mathematische Struktur (Knowledge Space).

Die technische Komponente ist eine Kombination aus Planspiel und Simulation.
Es gibt Ausgangspunkte und Ziele, die von einer Gruppe von Menschen festgelegt werden sowie daraus resultierende Wege zum jeweiligen Ziel, die sich jedoch allesamt ändern können.
Das bedeutet, dass Wissen, welches eine Gruppe von Menschen durch Austausch untereinander und das Einspeisen der vorhandenen Informationen in die Simulation erlangt hat, sich jederzeit verändert, sobald neues Wissen hinzukommt, z.B. durch neue Akteure (Menschen/KI).
Es ist eine kontinuierliche, völlig transparente und maximal diverse Beteiligungsmöglichkeit.

Ganz praktisch und niedrigschwellig kann dieses z.B. zu Beginn des Projektes darin bestehen, sich über die Vor- und Nachteile verschiedener Linux-Derivate auszutauschen. In dem dadurch entstehenden Wissensraum können sich alle Beteiligten auf eine begrenzte Auswahl von Alternativen einigen, die von den Schüler:innen für die Installation ihrer upgecycelten Computer im Schulbetrieb und Homeschooling genutzt werden können.

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Hi, ich bin Medienpädagogin und gerade auf der Suche nach Projekten, die nicht ausblenden, unter welchen Bedingungen Technik (für Bildung) hergestellt wird. Und am besten auch zum Handeln befähigen. Ich finde dieses sehr spannend und freue mich es über dieses Forum oa weiter zu verfolgen.
Karen

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Willkommen bei Bits& Bäume und herzlichen Dank für Deinen Zuspruch für unser Projekt!
Wir suchen noch Sozialwissenschaftler:innen, die das Projekt ehrenamtlich begleiten :wink: