Was passiert, wenn die freie Softwarelizenz "Permissive license" nachträglich geändert wird?

Hallo zusammen,

ich bin neu hier (Micha mein Name, 38, mache IT-Support vom Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und hätte folgende Frage:

Wenn die MIT-Lizenz (s.a. Permissive license) einer Software nachträglich in eine propietäre Lizenz umgewandelt wird, darf die ursprüngliche Software unter der MIT-Lizenz dann weiterentwickelt und veröffentlicht werden?
Inwieweit spielt hier rein, wer der Eigentümer des Codes ist? Und noch eine dumme Fragen (die es ja zum Glück nicht gibt :slight_smile: ): wer ist überhaupt der Eigentümer der Software bei Community-Projekten? Der, der als Copyright-Halter in der Lizenz steht?

Freue mich auf eure Expertise :slight_smile:

Liebe Grüße,
Micha

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@tantebootsy Herzlich willkommen im Forum, schön, dass du da bist! Und auch danke für deine spannenden Fragen! Ich hab ein paar Ideen als Antwort, bin mir aber unsicher, weswegen ich das Feld lieber erstmal anderen überlasse :slight_smile:

Danke für’s Willkommen heißen :slight_smile:

Ich habe nun von anderer Stelle Antwort auf meine Frage erhalten:

Die MIT Lizenz gewährt ähnliche Rechte wie die Apache Lizenz. Sie ermöglicht es jedem, Änderungen an der Software vorzunehmen, ohne diese Änderungen weitergeben zu müssen - auch nicht an Kunden. (Im Unterschied zu den GNU-Lizenzen, bei denen der Quelltext immer mitgeliefert werden muss.) Ob die Software dann noch unter der MIT-Lizenz steht, ist zweitrangig, da der Code ja nicht mehr verfügbar ist.

Der bereits freigesetzte Code kann jedoch nicht wieder privatisiert werden. Man kann eine Lizenz auch nicht „nachträglich ändern“, denn die Lizenz wurde ja schon unbefristet erteilt.

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Hallo Micha,

die Frage ist zwar schon ein paar Tage alt, aber vielleicht nützt das Folgende dennoch.
(vorab: ich bin kein Jurist, nur „IT-ler“, insofern also keine Garantie usw. usw.)

Grundsätzlich ist das wohl so wie in dem Zitat oben, nämlich dass man diese Lizenz erhält, und dass das unbefristet ist. Es kommt halt darauf an, was in dem Lizenztext genau drinsteht, wenn da steht unbefristet, ist das unbefristet, wenn nicht, dann nicht.

Die üblichen Open-Source-Lizenzen wollen in der Regel den Code davor schützen, dass er proprietär wird, und sind deswegen unbefristet gestatltet.

Oftmals versuchen Unternehmen aber, erfolgreichen Open-Source-Code zu „kapern“. Die Versuchung ist halt viel zu gross, einen fetten Brocken Erfolg einfach so rumliegen zu lassen und nicht zu Geld zu machen. Da das über die Lizenzen nicht funktionert, muss man andere Wege finden. Das geht so: sobald genug Nutzer von dem Code „abhängig“ sind, macht man eine Folgeversion, die attraktive neue Features bietet, und entzieht dem ursprünglichen Code langsam die Unterstützung. Also kein Support mehr, keine Bug-Fixes, keine Security-Updates. Oder man sorgt für Inkompatibilitäten, so dass der alte Code nicht mehr mit anderen, wichtigen Systemen zusammenarbeitet. Also sozusagen „Geplante Software-Obsoleszenz“.

Dann ist zwar die ursprünglich Lizenz noch gültig, aber zunehmend wertlos, weil sie nur für die inziwschen veraltete Software-Version gilt. Diese Überlegungen gelten nicht für jede Software in gleicher Weise, man sollte aber im Einzelfall genau hinschauen und überlegen, welche Risiken sich dabei verbergen könnten.

Viele Grüße
Andreas

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Hi Andreas,

vielen Dank für deinen interessanten Beitrag!

Liebe Grüße,
Micha

Eine weitere Methode Code und Programme zu „Kapern“ oder ich nenne es gerne auch „Diebstahl“ ist die dazugehörige Dokumentation Unfrei zu gestalten. Wie @andreas schon ausführte Entzieht man der Software über Umwege ihren uneingeschränkte Nutzbarkeit.