Nachhaltigkeitsbegriff

Hallo in die Runde,
bin bei der sich im Aufbau befindlichen Bundesstiftung Bauakademie wissenschaftlicher Referent für „Digitalisierung im Bauwesen“. Unsere Aufgabe dreht sich um die Zukunft des Bauens in Deutschland. Unser Anspruch ist eine ganzheitliche Herangehensweise. Entsprechend möchten wir auch die derzeitigen und zukünftigen Digitalisierungsbemühungen im Bauwesen kritisch unter Nachhaltigkeitsaspekten betrachten. Bisher bin ich zu ähnlichen Bemühungen im Bauwesen noch nicht fündig geworden, unter konsumbezogene Aspekte eher - wie ja hier bei Bits & Bäume (oder? ;-)).

Daher meine Frage: Welcher Nachhaltigkeitsbegriff wird hier an die „Bits“ gelegt? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Vielen Dank schon einmal dafür!

Ich kann nur als Privatperson antworten, nicht für die Bewegung.
Nachhaltig ist ein System, das sich nicht selbst zerstört. Also ist IT nachhaltig, wenn sie global sozial gerecht und fair ist, ökologisch nicht mehr schadet als nutzt und wirtschaftlich das liefert, was gebraucht wird, ohne das Soziale und Umwelttechnische wieder einzureißen.

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Auch ich kann natürlich nicht für die Bewegung sprechen (hier könnte aber wohl die Liste der B&B-Forderungen Antworten liefern), würde aber folgende Dinge hervorheben, die für mich IT nachhaltig machen. Die Liste ist sicher nicht vollständig.

  • Freie Software und Freie Hardware: dadurch werden IT-Systeme für alle nachvollziehbar und das Wissen verbleibt nicht bei einer Institution. Außerdem wichtig für die Langlebigkeit solcher Systeme, da man sie besser reparieren kann, wenn man komplett weiß, wie sie funktionieren.
  • Hardware muss so wenig wie möglich soziale oder Umweltschäden verursachen (gutes Beispiel wäre hier wohl das Fairphone, wenn es denn neue Hardware sein muss. Alte Hardware so lange wie möglich zu benutzen ist sicher noch besser. Freie Software hilft dann dabei, dass diese alte Hardware auch lauffähig bleibt und nicht z.B. für das neuste Windows nicht mehr ausreicht)
  • Offene Daten/Standards: je transparenter Standards definiert werden, desto weniger muss zusätzliche Software geschrieben werden, die wiederum aufwändig gepflegt werden muss. Offene Daten sind zudem für transparente Entscheidungsprozesse wichtig
  • Datenschutz muss sichergestellt sein, Datensparsamkeit hilft dabei sehr (personenbezogene Daten können gar nicht erst verloren gehen, wenn sie nicht erhoben werden)
  • ressourcenschonendes Programmieren, also Software, die möglichst effizient läuft und damit möglichst wenig Strom verbraucht
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Die Forderungen lassen leider (noch?) vieles außer Acht und werden ja auch grade neu gestaltet.

Vielen Dank für die Antworten.

Habe gerade eine Studie des Öko-Instituts gefunden, die auch diese Thema streift: Anreizsysteme für eine ökologisch nachhaltige Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) (oeko.de)