Interessante Paper zu Nachhaltigkeit und Digitalisierung

Ich fange mal an mit:
Digital Rebound –Why Digitalization Will Not Redeem Us Our Environmental Sins von Vlad Coroama
http://ceur-ws.org/Vol-2382/ICT4S2019_paper_31.pdf

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Hier ein interessantes Paper mit dem Titel „Electricity Intensity of Internet Data
Transmission“ von Aslan et al. zu der Frage wie viel Energie in kWh pro GB verbraucht wird.
Meiner Meinung nach zeigt es, dass wir mit Energieabschätzungen in Sachen Energieverbrauch pro GB noch ganz am Anfang stehen. Einige Studien liegen bis zu 5 Größenordnungen auseinander und bei genauerem Vergleich sind immer noch 2 Größenordnungen dazwischen.
Aussagen wie „Eine E-Mail verbraucht soundsoviel kW“ und „1h Streaming so viel wie 1km Autofahren“ sind daher mit Vorsicht zu genießen.

Die größten Quellen der Ungenauigkeiten sind:

  • Art der Messmethode (Direkte Messung vs. globale Schätzung)
  • die Behandlung des Faktors Zeit: Energieverbrauch von Equipment sollte nicht danach bewertet werden wie viele Daten gesendet, sondern wie lange es betrieben wird. Der Energieverbrauch der Endgeräte steigt nicht unbedingt bei mehr gesendeten Daten.
  • und unklare Messgrenzen: wo fängt das Internet an und wo hört es auf, also welche Teile des Systems (z.B. End-User-Equipment, Rechenzentren aber auch Unterseekabel) betrachtet in einer Studie wurden.

Die Autoren kommen selbst auf einen Wert von 0.06kWh/GB.
Langfristig wird davon ausgegangen, dass die Energieeffizienz bei der Datenübertragung (z.B. durch mehr Glasfaser) steigt.
Dass heißt aber auch, dass dann Faktoren wie Lebenszyklus der Endgeräte, deren Produktions- und Entsorgungsbedingungen und deren Anzahl in Zukunft mehr in den Vordergrund rücken dürften.
Daran anknüpfend kann man dann fragen, wie viel Energie eigentlich so durch IoT- und Smart-Device-Kram verbraucht wird.
Aslan_et_al-2018-Journal_of_Industrial_Ecology.pdf (422,4 KB)

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