Couchsurfing-Federation

Couchsurfing.com kostet jetzt Geld. Dazu hab ich bei eXma was aufgeschrieben:

Seit zich Jahren bin ich Couchsurfing-Mitglied. Früher noch .org, dann irgendwann plötzlich .com und mit einem Betreiber mit Monetarisierungskonzept – aber was solls, man hatte halt die Reputation im Account.

Seit neustem kostet die Couchsurfing-Mitgliedschaft Geld. In ihrem Blog schreiben sie, dass Corona ihnen stark reingehauen hat und dass sie nur mit unserer sofortigen Hilfe!!! überleben können. Das klingt meiner Meinung nach ein bißchen zu weinerlich, um tatsächlich glaubhaft zu sein. Es riecht eher danach, dass Corona nur der willkommene Anlass ist, um ein eher schlecht laufendes Geschäftsmodell zu konsolidieren.

Einige Details unterstützen die These, zum Beispiel, dass das Ganze mit sofortiger Wirkung stattfindet. Man kann sich nicht mal mehr in sein altes Account einloggen, um es beispielsweise zu löschen, Bilder zu sichern, oder alten Kontakten nochmal zu schreiben, ohne direkt sofort ne Kreditkartennummer anzugeben. Nicht zuletzt sind die Investoren bei Couchsurfing die gleichen wie bei Airbnb – ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Die ganze Geschichte erinnert stark an die von mitfahrgelegenheit.de. Das umwandeln von unkommerziellen Community-Projekten in sogenannte Sharing Economy Startups galt mal als echte Goldgrube, hat aber soweit ich weiß eher unterdurchschnittlich funktioniert und nur dafür gesorgt, dass die ganzen Anbieter sich alle gegenseitig aufgekauft haben und am Ende ein kommerzieller Monopolist übrig bleibt.

Jedenfalls gibt es nun auch hier das gleiche Problem: es gibt diverse freie unkommerzielle Alternativen für Couchsurfing.​com, die bisher jedoch kaum Beachtung fanden, denn alle waren ja bei Couchsurfing. Überall das gleiche. Immerhin gibt es einige alternative Plattformen, die sich dem Open Source Gedanken verpflichtet fühlen und direkt auf die Startseite schreiben, dass sie niemals Geld kosten werden. Da sei vor allem BeWelcome und Trustroots genannt.

Aber genau wie bei bessermitfahren und riderunner gibt es damit zwei Dienste, die sich gegenseitig dabei im Weg stehen, alle aufzufangen, die Couchsurfing.​com den Rücken kehren wollen. Im Optimalfall gäbe es ein Standardprotokoll, an das sich Community-Plattformen halten und untereinander austauschen können – CouchSurfing-Federation. Leider ist das wohl vorerst ein bißchen viel verlangt.

man müsste mal™ eine Art Standardprotokoll für Couchsurfing-Gesuche und Angebote definieren, mit denen sich die einzelnen Plattformen austauschen und verknüpfen können. Couchsurfing-Federation sozusagen.

Kennt ihr dahingehend vielleicht Ideen oder sogar Ansätze? Was denkt ihr darüber?

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@mcnesium Ganz lieben Dank für deine Meinung, ich stimme Dir voll zu. Eine federated community ist der nächste Step.

Ich werde zeitnah meinen CS-Account löschen und zu den offenen Lösungen gehen.

Welche Alternativen empfiehlt ihr?

Leider kann man momentan nicht einmal den eigenen Account löschen, da man nicht mehr zum Account navigieren kann.

@Mad Willkommen im Forum :slight_smile:
Man muss wohl eine Email hinsenden:

Aus: https://www.couchsurfing.com/about/privacy-policy/

Danke! Hat bei mir geklappt.

In letzter Zeit bekommt das ActivityPub-Protokoll und das Fediverse immer mehr Aufmerksamkeit und mehr Anwendungen, die darauf aufsetzen. Angefangen mit Mastodon, gibt es nun Pixelfed, PeerTube, und Mobilizon.

Ich habe gerade CommonsPub gefunden: “Building blocks for creating multifunctional federated networks with ActivityPub”. Dort wird “Location-based posts (eg. couchsurfing, carpooling)” auf ihrer “Why this project exists”-Seite gelistet, als Idee, was man auf CommonsPub aufbauend machen könnte. Konkreter habe ich zu der Idee gerade noch nichts gefunden.

Ich denke jedenfalls, dass ein auf ActivityPub aufsetzendes, födertiertes Couchsurfing toll wäre :slight_smile:

Off-topic: Beim Recherchieren habe ich gerade gesehen, dass die Lernplattform Moodle für ihr MoodleNet-Projekt auch ActivityPub einsetzt.

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