Abschied von Bits und Bäume Bewegung

Hallo zusammen,

gestern habe ich bekannt gegeben, dass ich nicht mehr Teil der Bits und Bäume Bewegung bin und habe daraufhin einiges an privaten Feedback bekommen.

U.a. wurde ich darum gebeten, den Blog-Beitrag hier noch einmal zu posten, damit hier über die genannten Punkte diskutiert werden kann.

Also hier der Blog zum Lesen und Hören:

Ich möchte mich nicht weiter an dieser Diskussion beteiligen, da ich mich ja bereits entschieden habe und jetzt auch nicht halb öffentlich dreckige Wäsche waschen will oder in Bedrängnis geraten, weil ich eine persönliche Entscheidung getroffen habe.

Der Bewegung weiterhin noch viel Erfolg
Ückück

Vielen Dank @Ueckueck für Deine Stellungnahme, der ich mich weitestgehend anschließe, auch wenn ich deshalb nicht die Bewegung verlasse :wink:

Ich habe die Bewegung immer völlig unabhängig vom Trägerkreis gesehen, da letzterer nicht unter Einbeziehung der Bewegung gebildet wurde.

Die Konferenz war nach meiner Wahrnehmung eine eigenständige Unternehmung von Organisationen, die sich in der Bewegung in den letzten Jahren wenig bis gar nicht eingebracht haben, für die Konferenz aber die Reichweite der Bewegung genutzt und über sie ehrenamtliche Helfer:innen rekrutiert haben.

Ich schätze, dass wir davon ausgehen müssen, dass auch zukünftig Aktivitäten entwickelt werden, bei welchen die Bewegung nicht entscheidend involviert ist, aber dennoch mit jenen Aktivitäten assoziiert wird.
Somit können wir als Bewegung faktisch nicht frei entscheiden, wofür die Bewegung steht.

Dass die „Forderungen 2022“ nicht mit der Bewegung entwickelt und ihr somit quasi „oktroyiert“ wurden, empfinde ich als stark übergriffig.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Bewegung sich komplett unabhängig macht, einen neuen Namen und ein neues Brand entwickelt?!

Beste Grüße an alle „aufbäumenden Bits“ :man_farmer:

Mirko

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Meta-Kommentar: was wäre eine progressiv emanzipatorische Bewegung ohne eine zünftige Portion internen Separatismus … so muss das sein. :wink:

Zur Sache: Wir (@Ueckueck, ich und andere) haben in Dresden über dieses Thema schon öfter gesprochen und sind dabei (im meiner Wahrnehmung) zu der Erkenntnis gelangt, dass wir unterschiedliche Auffassungen davon haben, wie eine Organisation strukturiert sein sollte, die a) große Ziele in begrenzter Zeit umsetzen möchte und b) nur ziemlich begrenzte Ressourcen dafür zur Verfügung hat.

Ich bin der Meinung, dass diese Randbedingungen es durchaus rechtfertigen, von sehr weitgehenden Idealvorstellungen an Partizipation und Transparenz (seitens Menschen aus der Bewegung) ein Stück abzurücken. Ückück sieht das anders – und das ist aus meiner Sicht völlig in Ordnung.

In meiner Rolle als Community-Vertreter im Trägerkreis (die ich seit Februar im Rahmen meiner Möglichkeiten mit fluktuierender Intensität wahrgenommen habe) kann ich vielleicht am Beispiel der Forderungen was zum allgemeinen Kommunikationsprozess sagen.

Die B&B-Bewegung ist ein relativ diffuses Gewebe aus Menschen, die gelegentlich über verschieden Kanäle miteinander kommunizieren, sich für die B&B-Themen interessieren und oft neben B&B noch in anderen Kontexten involviert und engagiert sind. Die konkreten Arbeitsergebnisse der Community (abseits der AGs im Umfeld der Konferenz) sind überschaubar, zumindest wenn man sie mit den Ergebnissen des TK vergleicht (u.a. die zwei krass große Konferenzen mit signifikantem Medienecho).

Dass die Forderungen rechtzeitig vor der Konferenz fertig werden (inkl. Zustimmung aller 13 TK-Organisationen) war keineswegs selbstverständlich und ist der aufopferungsvollen Arbeit von einigen TK Mitgliedern zu verdanken. Es gab mehrere Feedbackrunden, die Feedback aus den TK-Orgas in die Forderungen haben einfließen lassen. Vermutlich wäre es meine Aufgabe gewesen das Feedback aus der Community einzusammeln. Nur war mir das a) zu dem Zeitpunkt nicht so klar, b) hatte ich quasi keine zeitlichen Ressourcen mich neben IT- und (anfangs) Programm-AG auch noch mit den Details der Forderungen auseinanderzusetzen und c) wurden zarte Gedanken in diese Richtung von der Befürchtung flankiert, dass c1) eine Diskussion des Forderungsentwurfs in der B&B-Bewegung quasi nur öffentlich (z.B. hier im Forum) sinnvoll wäre, und c2) den ganzen Prozess sicher noch komplizierter und langwieriger gemacht hätte.

Das waren die Gründe, warum ich selber bezüglich der Forderungen nicht aktiv geworden bin und im restlichen TK schien eine breitere Feedbackgrundlage oder eine partizipativere Gestaltung des Forderungs-Erabreitungs-Prozesses auch nicht so weit oben auf der Agenda zu stehen (und die Agenda war bei allen sehr voll in den Monaten vor der Konferenz…)

Mir ist aber wichtig zu betonen: Im Vergleich zu anderen Veranstaltungen haben ich die Konferenz-Orga und alles drum herum als weit überdurchschnittlich partizipativ erlebt. Meine persönliche Erfahrung ist auch, wer sich ernsthaft einbringen möchte, findet beim TK grundsätzlich sehr offene Türen vor.

Ein bisschen schwierig ist aber, dass seit dem Sommer sehr viel in Präsenz in Berlin stattfindet, was sicher die Effektivität der Treffen und der Stimmung der teilnehmenden Personen zuträglich ist, aber den Partizipationsaufwand für Nicht-Berliner:innen erhöht.

Zusammenfassung: Ich kann den Wunsch nach mehr Partizipation gut nachvollziehen, aber er ist halt – aus meiner Sicht – unter den gegebenen Bedingungen mit ziemlich begrenzten Ressourcen (die auch für Kommunikation benötigt werden) nur in begrenztem Maß umsetzbar.

Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Bewegung sich komplett unabhängig macht, einen neuen Namen und ein neues Brand entwickelt?!

Defakto ist das in DD passiert („friendly fork“ sozusagen). Aus meiner Sicht ist das aber kein so guter Weg sondern führt zu unnötigem Aufwand ohnehin knapper Ressourcen für parallele Strukturen. Außerdem schafft es ggf. Verwirrung. Beim Blick von außen auf das Feld Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Ich würde dafür plädieren, strukturelle Verbesserungsvorschläge zunächst innerhalb von B&B anzugehen und nur falls das nicht funktioniert den Fork-Gedanken weiterzuspinnen. Dazu müsste aber die Bewegung sich ggf. auch selber erstmal besser organisieren und z.B. Entscheidungen treffen können. Siehe auch: Vorschlag zur Einführung einer formalen Entscheidungsfindung für die Bewegung